Awarenesskonzept

Bahnhof Pauli / TRANZIT.

Wir sehen es als unsere Verantwortung, als Veranstaltungsort und Teil der Clubkultur mit euch gemeinsam für einen offenen und sensibilisierten Umgang miteinander zu sorgen und das Nachtleben für alle sicherer zu gestalten. Dazu gehört es, bei unseren Veranstaltungen auf gewisse Verhaltensgrundsätze und unser Awarenesskonzept hinzuweisen und dies gemeinsam umzusetzen.

Awareness

Awareness ist ein Ansatz der Achtsamkeit im Umgang miteinander und ein Bewusstsein für die eigenen und die Grenzen anderer zu schaffen. Der Awarenessansatz kommt nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis: Er wurde von Betroffenen von Diskriminierung und (sexualisierter) Gewalt und ihren Verbündeten entwickelt. Sie schufen als Expert*innen der eigenen Betroffenheit eine gemeinsame Haltung, die aus dem Wissen um Machtverhältnisse entstanden ist.

Viele kennen das: Der Abend im Club fängt gut an und wird jäh von einer unangenehmen Erfahrung beendet. Das Festival wird zur Geduldsprobe anstatt zum Highlight des Sommers. Oft liegt das an Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen. Das Überschreiten von Grenzen wie angetatscht werden, rassistische Sprüche, stigmatisierende Blicke, Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung, Toiletten, die nur binäre Geschlechter vorsehen – das alles ist Diskriminierung und Gewalt. Dabei kann es nicht nur auf Veranstaltungen, sondern auch in der eigenen Organisation oder dem eigenen politischen Netzwerk zu solchen Erfahrungen kommen.

Im Zentrum steht das Wohl der Betroffenen

Dazu gehört, Betroffene nicht allein mit Diskriminierung und Gewalt zu lassen und parteilich zu unterstützen – sofern sie sich das wünschen. Zum anderen lädt der Awarenessansatz alle Menschen dazu ein, in Reflexionsprozesse einzusteigen. Denn Awareness lässt sich nur dann wirklich umsetzen, wenn wir alle mitwirken und versuchen, achtsamer für uns und unseren Umgang miteinander zu werden. Dazu gehört unter anderem die Beschäftigung mit struktureller und zwischenmenschlicher Gewalt, aber auch das Erlernen praktischen, solidarischen und unterstützenden Handelns. Außerdem wirkt Awareness emanzipativ auf die Veranstalter*innen, Gäste und Organisationsstrukturen.

Um präventiv auf diese Situation einzuwirken, kommunizieren wir im Club und davor unseren Verhaltenskodex, der auf all unseren Veranstaltungen gilt. Wer sich nicht an unsere gemeinsamen Grundsätze und Verhaltenskodex hält oder grenzverletzendes/diskriminierendes Verhalten zeigt muss den Club ohne Wenn und Aber verlassen.

Was uns wichtig ist

Uns liegt es im Herzen verankert, dass alle aufeinander achten und Rücksicht nehmen. Der gesellschaftliche Alltag ist geprägt von harten Arbeitstagen und einem leider oft ruppigen Miteinander. Als Club wollen wir Dich von Deinem Alltag ablenken, hier kannst Du loslassen. Umso wichtiger ist es für uns, dass sich alle wohlfühlen und wir so miteinander umgehen wie wir es am liebsten mögen: freundlich, hilfsbereit und solidarisch.

Lasst uns im Bahnhof Pauli / TRANZIT. gemeinsam eine Zeit verbringen, die anders ist. Eine Zeit in der wir Rücksicht aufeinander nehmen. Eine Zeit in der wir ausgelassen feiern. Eine Zeit in der wir aufeinander achten, miteinander lachen und Spaß haben. Lasst uns diese Zeit auch nach außen tragen!

Unsere Prinzipien

Konsensprinzip

Wir versuchen ein Konsensprinzip umzusetzen. Das bedeutet, dass Handlungen und Gespräche im gegenseitigen Einverständnis stattfinden, statt einfach anzunehmen, dass eine Handlung schon ok ist, wenn kein Widerstand kommt.

Definitionsmacht

Das bedeutet, dass die betroffene Person die Macht hat, selbst zu definieren, wann für sie eine Diskriminierung vorliegt, wann und wie Grenzen überschritten werden und diese Sichtweise von anderen nicht in Frage gestellt wird. Es schafft den Raum, die betroffene Person in ihren eigenen Worten erzählen zu lassen, was sie erlebt hat, dabei wird das eigene Erleben nicht in Frage gestellt.

Parteilichkeit

Dass wir der betroffenen Person uneingeschränkt Glauben schenken und parteilich an ihrer Seite stehen.

Wir freuen uns darauf mit euch gemeinsam einen safer Space zu schaffen der sowohl unseren, als euch euren Ansprüchen gerecht wird.

Barrierefreiheit

Unser Club ist barrierefrei und verfügt über einen Fahrstuhl der Größe 1 m × 2 m. Eine barrierefreie Toilette ist ebenfalls vorhanden.

Falls Du eine Veranstaltung bei uns besuchen möchtest, sei bitte pünktlich. Gern öffnen wir dir die Türen, damit Du dir im noch leeren Clubraum einen geeigneten Platz suchen kannst, bevor der Rest der Gäste in unsere Hallen strömt.

Aktuell haben wir keine Rampe, um unsere erhöhten Podeste zu erreichen. Wende Dich aber an unser Personal, damit wir das Beste für Dich rausholen. Genauso können wir passende Sitzmöglichkeiten zur Verfügung stellen (Barhocker, Stühle etc.).

Bist Du auf eine Begleitperson angewiesen, ist dieser Person prinzipiell der Zutritt ohne Eintrittsgeld gestattet. Informier Dich dazu bitte bei den Veranstaltenden — diese findest Du in der Regel in unserem Programmplan.

Ihr könnt Euch immer an unser Team wenden. Wir helfen gern dabei, euren Abend im Bahnhof Pauli unvergesslich zu machen.

Jugendschutz

Prinzipiell gilt: Die Veranstaltung macht die Musik. Unsere Veranstaltungen sind unterschiedlich, so auch die Altersbegrenzung im Bahnhof Pauli. Bitte informiert Euch bei den Veranstaltenden — diese findet ihr in der Regel in unserem Programmplan.

Unter 6 Jahren

Kindern unter 6 Jahren ist der Zutritt zu Veranstaltungen — auch in Begleitung eines Erziehungsberechtigten — untersagt.

Unter 16 Jahren

6- bis 15-Jährige dürfen ein Konzert NUR in Begleitung von Eltern bzw. einem Erziehungsberechtigten besuchen.

Ab 16 Jahren

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen sich zwischen 5 Uhr und 24 Uhr ohne Begleitung einer erziehungsberechtigten Person im Bahnhof Pauli aufhalten. Ab 24 Uhr sind sie auf Begleitung angewiesen.

Nachtclub ab 24 Uhr

In Nachtbars und Nachtclubs dürfen sich Kinder und Jugendliche auch in Begleitung nicht aufhalten.

Alkohol & Tabak

Branntwein und Spirituosen dürfen ausschließlich an Personen über 18 Jahre verkauft werden.

Bier, Wein und Sekt dürfen in Deutschland ab 16 Jahren konsumiert werden.

Tabakwaren dürfen ausschließlich Erwachsene erwerben.